Eva Zils

Silp oder die Macht des Netzwerk 2. Grades

Zur Zeit passiert mehr im Social Media als im allgemeinen Online Recruiting. Ich hätte sogar noch wesentlich mehr zu schreiben als es die knappe Zeit zulässt. Daher begnüge ich mich mit einem Link zu dem spannenden Thema, das an einer amerikanischen Universität in Illinois untersucht wurde. Dort wurden nämlich Social Media Profile von Probanden analysiert. Trainierte Forscher haben anhand der Social Media Aktivitäten der Probanden Persönlichkeitsprofile erstellt und haben vorausgesagt, inwieweit diese in ihrer akademischen und beruflichen Laufbahn Erfolg haben werden. Tolle Sache, aber rechtlich nicht umsetzbar. Hier geht’s zum Artikel.

Heute geht es mir vielmehr um ein neues Social Media Recruiting Angebot, das auf den Namen Silp hört, wobei mir die Namensgebung ein Rätsel ist – und ich bestimmt nicht die Einzige bin, der beim Lesen ein Freudian Slip passiert ist… ;-)

Kurz und knapp geht es um DEN Talentpool, den Facebook dank seines immensen Netzwerks und der Macht des Freundes-Freundes-Netzwerk des 2. oder auch 3. Grades, sowohl Recruitern als auch Jobsuchenden bietet. Eine genauere Beschreibung findet sich auf netzwertig.

Mit Sicherheit eine gute Idee und ein anderer Ansatz als das, was unsere Verästelungen, Bienen, Häschen, etc. anbieten und von daher auf jeden Fall einen Blick wert.

Was mir nicht gefällt, ist dass hier automatisch nicht nur meine Daten sondern auch die von meinen Facebook-Freunden in den Kandidatentopf geworfen werden – zum Vergrößern der Grafik, bitte anklicken. Die App verlangt (immerhin weist sie darauf von vornherein hin), dass sie neben meinen Profilinformationen auch folgende Profildaten von meinen Freunden ausliest und verwendet: Aktivitäten, Geburtstage, Ausbildung, Gruppen, Heimatstädte, Interessen, “Gefällt mir”-Angaben, Aufenthaltsorte, Websites und bisherige Arbeitgeber. Ein absolutes No-Go aus meiner Sicht, auch wenn sich das Netzwerk und der “Talentpool” nur so wirklich entfalten können.

In einem nächsten Schritt wird darum gebeten, dass die App in meinem Namen Beiträge posten und dass Silp dauerhaft Zugriff auf meine Daten erhält. Das kann man aber zum Glück abwählen, was ich jedem rate zu tun.

Die Gründer und Betreiber von Silp stammen aus der Schweiz und haben zu 75 Prozent beim Schweizer IT-Web-Powerhouse namics gearbeitet. Ein Unternehmen und seine jeweiligen Mitarbeiter, die sich zu einer neuen Firma zusammentun oder in ein Unternehmen mitnehmen… ein sehr reales Netzwerk, das man auch nie unterschätzen sollte.

3 Kommentare

  • Charis sagt:

    Typisch Facebook Stil, keinen Wert auf Datenschutz zu legen sondern gleich alles aufzusaugen was geht. Damit ist es schon ein gutes Stück weit dubios.

  • Heroes sagt:

    Das Problem mit den Daten bei Facebook ist ja schon lange bekannt. Schlimm ist aber vorallem, dass dieses Problem von so vielen Facbeook-Usern gar nicht wahrgenommen wird…
    Die meisten klicken einfach ohne zu lesen auf “Zur Anwendung”

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